Feldbetten-Vergleich

Im Folgenden vergleiche ich vier Betten bzw. Liegen miteinander. Bitte betrachte Du dieses nicht als professionellen Test. Ich rede einfach über meine Erfahrungen und Gedanken mit, bzw. zu Feldbetten. Ich tue dieses in der Hoffnung, dass es Dir - als jemanden, der sich selber gerade Gedanken über eine Verbesserung des Komforts der Schlafstätte im Zelt macht - ein wenig hilfreich sein möge.

Lass uns also einmal reden, über das ...

  • Meru Feldbett deluxe für 79, 95 Euro
  • Meru Korydalios für für 79, 95 Euro
  • Feldbett von Polo für 44, 95 Euro
  • Helinox Cot One für 289, 50 Euro

 

Beschreibung der verglichenen Feldbetten:

Im Packmaß und Gewicht könnten diese vier Betten nicht unterschiedlicher sein.

Vier Feldbetten im Vergleich
Bild 1: Links das Meru Korydalios, rechts oben das Meru Feldbett deluxe, darunter im blauen Sack das Feldbett von Polo und das Helinox Cot One

 

Rechts oben im Bild siehst Du das gepackte Meru Feldbett deluxe. Es hat ein Gewicht von satten 8,6 kg - und glaub mir, die merkst Du! Das Bett ist schwer! Auch das Packmaß ist mit 102 x 17 x 17 cm nicht gerade klein. Aufgebaut ist das Bett mit knapp 50 cm Höhe und einer Liegefläche von 200 x 70 cm recht groß. Das Bettgestell ist aus schwarz lackiertem Aluminium hergestellt und kommt ohne lästig zu montierende Querstreben aus. - Letzteres ist genau der Punkt, warum sich das Ding "deluxe" nennt.

Die angegebene Tragkraft liegt bei 100 kg, was ich als wenig empfinde. Ich denke dabei an so manchen gestandenen Motorradfahrer, wo das Körpergewicht auch schon einmal an die 115 bis 130 kg gehen kann, ohne dass dieses jetzt etwas Besonderes wäre. Wichtig zu erwähnen ist die Form oder Art der Füße, auf denen das Bett steht - lass mich diese als stab-, stempel- oder punktförmig bezeichnen. Solche Füße penetrieren bei weichem Untergrund doch ziemlich einen eventuell vorhandenen Zeltboden. Der Aufbau des Meru deluxe ist angenehm einfach. Als Tipp empfehle ich Dir, es mit der Liegefläche auf den Boden zu legen, um es auseinander zu klappen.

Meru Feldbett deluxe - Aufbau 1
Meru Feldbett deluxe - Aufbau, Schritt 1
Meru Feldbett deluxe - Aufbau, Schritt 2
Meru Feldbett deluxe - Aufbau, Schritt 2
Meru Feldbett deluxe - Aufbau, Schritt 3
Meru Feldbett deluxe - Aufbau, Schritt 3 - Fertig! - (Das Loch im Bett wurde von mir durch einen scharfen Gegenstand verursacht und kann dem Bett auf gar keinen Fall negativ angelastet werden!

 

Im Bild 1 ganz links siehst Du das hell-grüne Meru Korydalios. Letztlich handelt es sich hierbei eher um eine stabile Sonnenliege, die sich auch genau so aufbaut. Der große Vorteil ist das in vier Höhenstufen verstellbare Kopfteil und, die einen Zeltboden schonenden, bügelförmigen Füße. Eine Katastrophe ist das Packmaß von 80 x 20 x 62 cm. Die Liege ist ein unhandliches Ding, für das ich sogar am Motorradgespann einen extra Gepäckträger bauen musste. Auch im Kofferraum eines Autos nimmt Liege sehr viel Platz ein. Eine Packtasche gibt es nicht dazu.

Wenigstens ist das umförmige Ding mit 6,2 kg über 2 kg leichter als das Meru deluxe  und hat zu dem eine deutlich höhere Traglast, nämlich 130 kg! Das Korydalios ist ca. 30 cm hoch, was einer normalen Feldbetthöhe entspricht. Die Liegefläche ist 185 x 59 cm etwas kurz, geht aber gerade noch.

Spezial-Gepäckträger am Gespann
Zwei Meru Korydalios auf speziell gebautem Gepäckträger.

 

Der blaue Packsack im Bild 1 ist das Feldbett von Polo, welches das günstigste unter den vier Kandidaten ist. - Und nicht nur das, es repräsentiert in diesem Vergleich das klassische Feldbett mit stahlverstärktem Alu-Gestell und Querstangen. Das Gewicht liegt bei 5 kg und die Tragkraft ist mit 110 kg angegeben.

Der Aufbau ist zunächst fast identisch mit dem des Meru deluxe, nur dass Du das Bett dann noch mit den Querstangen spannen musst. Der Verkäufer sagte mir damals, dass beim ersten Aufbau die Montage der Querstangen schon etwas schwer gehen möge, sich aber die Liegen-Bespannung dann weiten würde und es somit zunehmend einfacher werden würde - Fazit: Pustekuchen!

Die Querstangen anzubringen ist eine Last, und die Flüche, welche ich über das Bett schon herausgelassen habe, würden Stoff für ein Bestseller-Buch liefern können. - Also wirklich, mit den Dingern habe ich mich schon fast umgebracht!!! - Ich habe zwei von den Betten und somit kann von einem Einzelfall nicht die Rede sein. Am besten geht der Aufbau, wenn ich einen Hammer als Hebel ansetze - siehe die folgenden Bilder:

Polo Feldbett: Aufnahme der Querstange
Auf diese Pinöckel müssen die Querstangen - vorne und hinten am Bett.
Polo Feldbett: Querstangenmontage
Die erste Stange lässt sich noch gut von Hand montieren - klar, da ist ja auch keine Spannung vorhanden! Etwas schwerer wird es beim ersten Pinöckel für die zweite Stange, das geht aber auch noch so gerade!
Polo Feldbett: Querstange auf 4. Pinöckel
Fluchen wirst Du beim 4. Pinöckel Es so zu machen wie ich auf diesem Bild, da rate ich Dir von ab! Mir hat sich das Bett so schon überschlagen und ist stracks auf meinem Kopf gelandet. - Mein Sohn hat sich dabei vor Lachen im Zelt gewälzt!
Polo Feldbett: Querstangenmontage mit dem Hammer!
Nimm lieber den Hammer! Damit geht's erstaunlich gut!

 

Steht das Polo Feldbett einmal, so baut es ca. 30 cm hoch, mit einer 195 x 65 cm großen Liegefläche. Die Bettfüße sind von der Marke "Stempel" und werden von mir somit als nicht freundlich für einen Zeltboden gewertet. Die Bettplane ist, wie auch bei all den anderen Betten aus 100% Polyester. Das alleine sagt mir zumindest erst einmal gar nichts. Im Vergleich zu den beiden zuvor erwähnten Betten macht das Polo-Bett schon einen billigen Eindruck und speziell die Schlafplane erscheint etwas steif und so, als ob sie nach einiger Zeit brüchig wird. Zumindest entdecke ich an der Unterseite zahlreiche Knickstellen. Bei einem der beiden Polo-Betten die ich habe, fängt der Stoff seit dem sechsten Aufbau an zu reißen und ich lagere es eigentlich nur noch als Notreserve.

Den Qualitativ hochwertigsten Eindruck macht das Helinox Cot One. Nun, das sollte es auch, denn es ist bei Weitem das teuerste Bett von den Vieren. Da das Helinox bereits separat von mir getestet wurde (klick hier zum Test-Bericht), hier nur kurz die Eckdaten:

Gewicht: 1,9 kg, Packmaß: 58 cm x Durchmesser 14 cm, Liegehöhe: 16 cm, Liegefläche: 195 x 67 cm, Tragkraft: 145 kg

Die Bettfüße sind zeltbodenfreundliche Bügel und der Aufbau ist einfach.

Die Meru Feldbetten
Die beiden Meru-Betten neben einander. Das ist ganz schöner Höhenunterschied!
Meru und Polo Feldbett
Das Meru Korydalios und das Polo Feldbett sind gleich hoch.
Helinox ist niedriger als die anderen Feldbetten
Das Helinox Cot One ist am niedrigsten, hat aber die höchste Tragkraft

 

Verwendung auf Zeltböden:

Der Tatsache Rechnung tragend, dass bei halbwegs guten Zelten, die Zeltböden durchaus einiges Aushalten werden, so achte ich dennoch immer darauf, unnötige Belastungen des Materials zu vermeiden und dadurch die Langlebigkeit meiner Ausrüstung möglichst zu fördern. Von daher sei festgestellt, dass natürlich alle vier Feldbetten in Zelten mit Boden verwendet werden können. Keines der Betten hat irgendwie scharfkantige Füße und Rohrenden sind alle mit Kunststoffkappen versehen.

Zeltest Du auf einem weichen Untergrund, so wird eine Stange oder eben ein Bettfuß mit kleiner Aufstandsfläche mehr einsinken als wenn die Aufstandsfläche groß ist. Je geringer das Einsinken ist, umso geringer ist die Penetration des Zeltbodens. Diesem Umstand nach und meiner persönlichen Prämisse der Materialschonung folgend komme ich zu dem Schluss, dass von den vier Feldbetten in diesem Vergleich zwei für die Verwendung in Zelten mit Boden geeignet sind. Diese sind das Meru Korydalios und das Helinox Cot One.

 

Schwierigkeitsgrad des Aufbaus:

Am einfachsten lassen sich die Betten von Meru aufbauen - frei nach dem Motto: Aufklappen, steht!

Hierbei lässt sich das Korydalios etwas einfacher handhaben als das "deluxe".

Komplizierter ist da schon das Helinox Cot One. Hier musst Du zwei Stangen zusammen stecken, in die Bettbespannung einführen und drei Spannbögen anbringen. Alles geht zwar sehr leicht und ohne irgendwelche Probleme, aber es ist mehr Arbeit. Ich persönlich habe das zwar nie so empfunden und als Techniker hat der Aufbau des Helinox sogar einen echten Spaßfaktor.

Aufgrund der Querstreben beim Polo Feldbett ist hier der Aufbau katastrophal nervig. Mehr kann ich dazu einfach nicht sagen! - Sorry! Bitte ziehe hieraus aber nicht den Schluß, dass dieses bei allen Feldbetten mit Querstreben so sein muss. Ich weiß, das es auch qualitativ hochwertige Betten gibt, bei denen sich die Querstreben problemlos anbringen lassen.

 

Liege- bzw. Schlafkomfort:

Dieses ist wohl der wichtigste Punkt überhaupt, da es sich hierbei ja schließlich um den eigentlichen Zweck eines Feldbettes handelt. Ich gehe soweit, dass ich hier auch die Bequemlichkeit beim Aufstehen in meine Bewertung mit einschließe. Der Grund ein Feldbett zu benutzen ist halt auch der, dass Du dich nicht vom Erdboden aus aufrappeln musst. 

Hinsichtlich des Liege- bzw. Schlafkomforts bewege ich mich in einem Bereich der von jedem sehr subjektiv und anders empfunden werden kann, als von mir. Das einzige was da hilft, ist verschiedene Personen probe-liegen zu lassen. Gesagt, getan! Die Testpersonen waren - der Jeck nennt sich immer zuerst - ich selber, 1, 85 m klein und 96 kg leicht. Dann meine Frau mit 1, 67 m und - ich muss es so sagen, unbekanntem Gewichts :-), des Weiteren mein 11 jähriger Sohnemann - er ist schwerer als meine Frau und fast genauso groß, sowie ein Motorrad-Kollege, minimal größer und etwas leichter als ich.

Wir alle haben uns nacheinander ein paar Minuten - ohne Isomatten - direkt auf jedes der vier Betten gelegt und kamen - ausser der generellen Feststellung, dass alle vier Betten sehr bequem sind - doch zu einem absolut einstimmigen Ergebnis:

Den besten Liegekomfort bietet das Helinox Cot One. Auch das Aufstehen fällt erstaunlich leicht, trotz der geringen Höhe von nur 16 cm - die bringen es aber.

Den zweiten Platz belegt insgesamt das Polo Feldbett, wobei wir uns alle vom reinen Liegen her nicht sicher waren, ob es nicht doch gleichwertig mit dem breiten Meru Feldbett deluxe sei. Dbzgl. würde ich den Vergleich als unentschieden werten. Das Meru-Bett hängt ein wenig durch und Du liegst in einer Mulde, aus der Du sicherlich des Nachts nicht herausfällst. Der Ausschlag gebende Punkt ist hier die Bequemlichkeit des Aufstehens. Die ist beim Polo Feldbett mit seinen 30 cm Höhe deutlich besser als beim 50 cm hohen Meru Feldbett deluxe. Bei letzterem ist es sogar etwas schwierig da heraus aufzustehen. Das eine ist die Höhe als solche, von der Du einfach herunter hüpfen könntest, wenn Du nicht mit dem Hintern in einer Kuhle sitzen würdest, aus der Du erst heraus kommen musst. Hier merkst Du, dass der vermeintliche Vorteil keine Querstreben montieren zu müssen, sich nachteilig auswirkt. Wäre das Bett niedriger, wäre alles gut.

Vom Polo Feldbett stehst Du leichter auf, als vom Helinox Cot One, von welchem Du wiederum leichter aufstehst als vom Meru Feldbett deluxe!

Das Meru Korydalios kann mit den anderen nur direkt verglichen werden, wenn der in der Höhe verstellbare Kopfteil flachgelegt ist. Einstimmiges Urteil: Hier liegst Du am schlechtesten! - Verstellst Du aber das Kopfteil, so wird dieses zu einem sehr angenehmen Vorteil - zumindest für den Rückenschläfer. Dem Korydalios würden 10 cm mehr in der Länge und wohl 5 cm in der Breite gut tun. Aufstehen tust Du von diesem Bett genauso gut, wie vom Polo.

Zusammenfassend belegt in dieser Wertung letztlich Platz 1: Das Helinox Cot One; Platz 2: Das Polo Feldbett und Platz 3 für die beiden Meru's.

Meine persönliche Erfahrungen mit diesen Betten, die ich alle bereits mehrfach auf meinen Touren im Einsatz hatte, ergeben ebenfalls, dass das Helinox, das Beste ist, auf dem ich bisher geschlafen habe.

Noch ein Wort zum Thema der Schlaflage: Es wird allgemein gesagt, dass Seitenschläfer auf Feldbetten nicht so gut nächtigen, da sie im Gegensatz zum Rücken- oder Bauchschläfer eine geringere Auflagefläche bieten und so die Betten mehr durchhängen. Gerade beim Helinox soll angeblich die Gefahr bestehen, dass Du ggf. dann auf den Fußbügeln aufliegst. - Nun, ich bin Seitenschläfer und habe dieses bisher nicht feststellen können. 

 

Zeltraumausnutzung:

Wie gut erlauben mir die Feldbetten den Innenraum meines Zeltes auszunutzen?

Habe ich ein Zelt mit schrägen Zeltwänden, wird es dir sicherlich einleuchten, dass ich ein niedriges Bett weiter an den Rand des Zeltes stellen kann, als eine hohe Liege. Schau dir hierzu auf dem folgenden Bild die Seitenansicht an. Das Bild ist maßstäblich gezeichnet, die Zeltabmessungen sind die des Helsport Lavvu's Finnmark 6-8. Als roten Kasten habe ich das Meru Feldbett deluxe eingezeichnet, während der Grüne das Polo Feldbett, als auch das Meru Korydalios repräsentiert. Das Helinox Cot One ist oranges Rechteck dargestellt.

Vom Prinzip her ist Seitenansicht schon ausreichend, wenn Du ein Giebel- oder Firstzelt hast. Bei einem annähernd runden Zelt, wird ein Bett kaum parallel zur Zeltwand stehen, sondern lediglich mit zwei Ecken anstoßen. In der Draufsicht der Skizze habe ich diesen Sachverhalt dargestellt. Ich denke das Bild erklärt sich ansonsten von selber.

 

Feldbetten: Platzausnutzung im Zelt

 

Du bemerkst zurecht, dass die Zeltraumausnutzung sehr maßgeblich von der Zeltform abhängt und es wird dir jetzt nicht schwer fallen, den großen Vorteil der Tunnel- und Hauszelte zu erkennen.

Zurück zu den vier Feldbetten im Vergleich:

Wie aus dem Bild zu entnehmen, rückt das Meru Feldbett deluxe aufgrund seiner Bauhöhe ziemlich zur Zeltmitte hin und beeinträchtigt deine Bewegungsfreiheit im Zelt sehr. Dieses ist sicherlich nachteilig! Der Vorteil liegt jedoch darin, dass Du sehr viel Stauraum für Gepäck und Ausrüstung zwischen Bett und Zeltwand hast, ohne dass Du hierüber stolpern wirst. Auch kannst Du natürlich sehr viele Sachen unter dem Bett verstauen.

Beachten solltest Du beim Zelten in Kälte und bei einem beheizten Zelt, dass je höher Du liegst, es etwas wärmer sein wird, als wenn Du fast auf dem Boden, oder wie beim Helinox der Fall, nur knapp darüber liegst.

Da jeder seinen Zeltraum wahrscheinlich anders nutzen möchte, vergleiche ich die vier Feldbetten dbzgl. nicht weiter. Darüber musst Du dir selber Gedanken machen, ich kenn deine Prämissen nicht. Die nötigen Informationen seien dir hiermit aber an die Hand gegeben.

 

Fazit des Vergleichs:

Das Fazit, zu dem ich komme, ziehe ich aus der Sicht eines Motorradfahrers, der im Vergleich zu jemanden, der z.B. mit seinem Pick-Up-Auto mit Anhänger unterwegs ist, in seinen Transportmöglichkeiten begrenzt ist.

Daher bekommt das Helinox Cot One bei mir Bestnoten! es ist das Bett mit dem höchsten Liegekomfort, der stärksten Tragkraft und des kleinsten Pack- und Aufbaumaßes. Das Bett ist absolut motorradtauglich und passt sogar in "Dackelgaragenzelte", wo es sogar den Zeltboden schont.

Notfalls auch noch auf dem Solo-Motorrad transportierbar, da sein Gewicht sich noch in Grenzen hält, ist das Feldbett von Polo. - Wenn da der Aufbau mit der Querstange nicht so nervig wäre ...! 

Die Meru-Betten sind qualitativ nicht schlecht gearbeitet, sind vom Packmaß her aber nicht für Solo-Motorrad geeignet und nehmen auch im Motorrad-Gespann sehr viel platz weg.

Letztlich hoffe ich, dass dieser Artikel dir in deinen Überlegungen hilfreich ist.

 

Text und Bilder: Henning Wiekhorst

 

 

 

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