Tentipi Olivin 2 Combi

Die schwedische Firma Tentipi ist einer der führenden Hersteller von Einstangen-Zelten, welche auch als Tipis, Feuerzelte oder Lavvus bezeichnet werden. Um es gleich vorweg zu nehmen, Tentipi stellt nur hochwertige Zelte her, deren Preise sicher nicht jedermanns Sache sind. Wer also nicht bereit ist z.B. 865.-- Euro für ein Zwei-Personen-Zelt wie dem Olivin 2 Combi auszugeben, darf an dieser Stelle getrost aufhören weiter zu lesen.

Diejenigen unter Euch, die allerdings ständig unterwegs sind, die mehrfach im Jahr ihr Zelt auf- und abbauen, die sich auf ihr Material verlassen können wollen oder müssen und die sich in der Praxis nicht lange mit einem komplizierten Auf- und Abbau aufhalten wollen - diejenigen sollten unbedingt weiterlesen

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Tipis sind normaler Weise Gruppenzelte für fünf Personen und mehr. In der Regel besteht der Lieferumfang aus dem Aussenzelt, der Mittelstange, den Abspannleinen und den nötigen Häringen. Ein Innenzelt oder ein Zeltboden muß als Zubehör extra bestellt bzw. gekauft werden. – Ausnahmen bestätigen die Regel!

Die großen Vorteile eines Lavvus liegen im einfachen Aufbau, darin, dass das Zelt meistens Stehhöhe hat, in der relativen Sturmfestigkeit und im Platzanbebot zur Unterbringung des Gepäcks und der mitgeführ-ten Ausrüstung.

Auf Motorradtreffen fällt jedoch auf, dass es meistens die Gespannfahrer sind, die solche Zelte mit sich führen. Der Grund hierfür wird wahrscheinlich im Packmaß und am Gewicht liegen. Zwar gibt es auch kleine und leichte Einstangenzelte von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Preis- und Qualitätsstufen, aber wirklich durchgestzt haben die sich alle nicht, zumindest nicht so, dass es unter Motorradfahrern wirklich auffällig wäre.

Wie dem auch sei, im Februar 2015 ist Tentipi mit dem neuen Olivin 2 Combi in den Markt der Kleinst-Tipis eingestiegen. Die 2 dürfte für zwei Personen stehen und der Begriff Combi bedeutet, dass es sich hierbei um ein aus Aussen- und Innenzelt kombiniertes Komplettangebot handelt.

Der Einsatzzweck des Olivins dürfte der sein, dem Rucksackwanderer, der durch die weiten Wälder Skandinaviens streift, eine leichte, tragbare und einfach zu handhabende Unterkunft mit geben zu können. Tentipi bewirbt allerdings innerhalb dieser Anforderungen, dass letztlich eine gute Qualität Vorrang hat vor der Foderung nach geringst möglichem Gewicht und Packmaß.

Das Ergebnis sind ein Komplettgewicht einschließlich Aussen- und Innenzelt, Zeltstange, Häringe und Packsäcke von gerundeten 3, 5 Kg und einem Packmaß, dass das Zelt in einen Motorradkoffer hinein passt.

Somit ist die Frage nach der Eignung zur Mitnahme auf einem Solo-Motorrad ganz klar mit einem dicken JA zu beantworten!

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 Der Lieferumfang beinhaltet neben dem eigentlichen Zelt 14 eloxierte Häringe, die aus einem dreiflügeligem Alu-Sternprofil hergestellt sind. Eine große und sehr positive Überraschung bereiten die Zugschlaufen, welche an jedem einzelnen Häring montiert sind. – So etwas habe ich bisher noch nie bei einem Zelt mitbekommen. Diese Schlaufen erleichtern es sehr die Zeltnägel beim Abbau aus dem Boden zu ziehen – und vor allem frieren einem die Finger hierbei im Winter bei Schnee und Eis deutlich weniger ab. – Hier hat wirklich einmal jemand praxisnah nachgedacht!

Die Zeltstange aus sehr sauber und hochwertig verarbeitetem Aluminium besteht aus fünf, ineinander steckbaren Teilstücken, welche mittels einem Gummizug verbunden sind. Ist die Stange einmal auf ihre 1, 70 m Länge zusammengesteckt, wird sie beim Zeltaufbau nicht auseinander fallen.

Tentipi Zeltstange

Mit dabei ist auch ein USB-Stick auf dem Video- und PDF-Dateien gespeichert sind, die den Auf- und Abbau des Zeltes beschreiben, sowie noch weitere und nützliche Informationen zum Thema Campieren liefern. Die Auf- und Abbauanleitung liegt zu dem in Papierform mit bei.

Ein weiteres Plastiktütchen enthält zwei Stück Reparaturmaterial, jeweils eins für Innen- und Aussenzelt. Desweiteren ein rundes Tuchstück mit einem Loch in der Mitte, von dem aus sechs schwarze Nähte sternförmig zum äusseren Rand verlaufen, sowie ein weißes Band mit einer Schlaufe an dem einem Ende und einer Markierung am anderen Ende. – Es handelt sich hierbei um eine Aufbauhilfe!

Tentipi Olivin 2 Aufbauhilfe

Als das Zelt geliefert und ausgepackt ist, habe ich sofort den subjektiven Eindruck ein absolut hoch-wertiges Zelt gekauft zu haben. Die Packsäcke sind verstärkt und vermitteln Langlebigkeit.

Das Aussenzelt ist aus einem leichten, RipStop-verstärktem Polyamidgewebe der Bezeichnung T Raillix C hergestellt. Das sehr feine und leichte, rostrote Material ist beidseitig silikonbeschichtet und UV-stabilisiert. Es ist nicht atmungsaktiv.

Das hochfeste (high tenacity) goldgelbe Innenzeltgewebe, ebenfalls aus Ripstop-verstärktem Polyamid, aber nicht so dicht gewebt, wie das Aussenzeltmaterial, ist Teflon-imprägniert und lässt Kondenswasser nur von innen nach aussen durch, aber nicht umgekehrt! – So zumindest sagt es Tentipi!

Der Boden ist mit dem Innenzelt fest vernäht und besteht aus einem Gewebe mit dicker, verschleiß- und stichfester, wasserdichter Polyurethanbeschichtung. Das Material macht einen äusserst robusten Eindruck, der Tentipi’s Aussage, dass die Krallen eines Hundes nichts ausmachen, glaubhaft erscheinen lässt.

Der Aufbau:

Als ich mit dem Olivin 2 überhaupt das erste Mal ein Tentipi aufbaue, bin ich gespannt wie einfach oder schwierig dieses werden wird. Laut Tentipi soll sich das Zelt in drei Minuten aufbauen lassen. Also los!

Nachdem der Aufbauplatz ausgesucht ist, nehme ich einen Häring und nagel damit das Tuchstück der Aufbauhilfe am Boden fest, so dass die sechs Nähte sichtbar sind. Das Tuch sollte flach und eben liegen! Nun wird das zuvor schon beschriebene und im Lieferumfang enthaltene weiße Band mit dem Schlaufenende am Häring eingehängt und händisch so gespannt gehalten, dass das Band genau über eine der Nähte auf dem Tuch liegt. Da, wo am anderen Ende des Bandes die Markierung ist, wird ein Häring eingeschlagen. Dieser Vorgang ist mit jeder Naht, also insgesamt sechs Mal durchzuführen. Danach werden Tuch und Häring aus der Mitte des so entstandenen Häringkreises entfernt.

Tentipi Aufbauhilfe - So geht's

Nun wird das Zelt innerhalb des Kreises ausgebreitet. An jeder der sechs Zeltecken befinden sich Spannbänder mit verchromten Stahlringen. Diese Ringe hake ich entsprechend in die Häringe ein. Das Zelt liegt jetzt fixiert, flach ausgebreitet auf dem Boden.

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Als Nächstes ist der Eingang zu öffnen, die Zeltstange zusammen zu stecken und durch den Zelt-eingang in die Zeltspitze einzuführen. Das Zelt wird mit der Stange hoch gestemmt und diese so positioniert, dass sie mittig und senkrecht im Zelt steht. Ich krieche wieder heraus und schliesse den Eingang.

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Im letzten Schritt des Aufbaus wird das Zelt an jeder Ecke durch die vorhandenen Spannschnallen stramm gezogen. An jeder Ecke sind deren zwei. Je-weils die obere spannt das Aussenzelt und die untere das Innere. - ... und fertig! – Zelt steht!!!

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Es hat um die fünf Minuten gedauert und ich komme zu dem Fazit, dass der Aufbau genial einfach und mit etwas Übung in drei Minuten machbar ist!

Ausstattung und Funktionen:

Als ich den Eingang wieder öffne um mir das Zelt von innen anzuschauen, fallen mir an der Mittelstange herab baumelnde Leinen auf, die unten in eine Ledertülle enden. Es handelt sich um die Stell-Leinen für die Lüftungshutze an der Zeltspitze. Die Ledertülle gehört bodenseitig über die Zeltstange gestülbt. – Das steht nicht in der Aufbauanleitung, ist aber auch in keinster Weise tragisch. Ich sollte halt beim nächsten Mal daran denken.

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Die Lüftungshutze ist somit also vom Zeltinneren her bedienbar. Bei schlechtem Wetter braucht man das Zelt nicht zuverlassen. Funktionieren tut das in der Art, als dass außen am Zelt elastische Spannleinen die Hutze nach unten, also in die geschlos-sene Stellung pullen. Will man die Lüftung öffnen, zieht man im Inneren an den Zugleinen und zieht die Hutze gegen die Gummispannung der äusseren Leinen nach oben und gibt somit die Lüftungsöffnung an der Zeltspitze frei.

Im Innenzelt schützt ein Moskitonetz an der Zelt-spitze vor möglichem Insektenbefall.

An der dem Eingang gegenüberliegenden Seite weist das Innenzelt in Bodennähe eine weitere mit Netz geschützte halbrunde Lüftungsöffnung auf.

Der Eingang selber lässt sich wahlweise ganz oder zwecks Lüftung in heißen Sommernächten ebenfalls nur mit einem Moskitonetz geziefersicher schließen.

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Die Lüftungsmöglichkeiten sind hiermit aber noch lange nicht erschöpft! Das Aussenzelt ist mit sogenannten Schnee- oder Sturmlappen in Bodennähe ausgestattet. Diese sind zum einen mit ausreichend Schlaufen versehen, um sie mit Häringen am Boden zu befestigen. Bei andern Zelten mit Schneelappen fehlen solche Schlaufen durchaus schon einmal, da diese meistens dafür gedacht sind, mit Schnee oder Steinen beschwert zu werden. Das Ganze dient dazu, dass bei stürmischen Wetter der Wind nicht unter die Zeltplane greift und das traute Heim anhebt und unvorhergesehen abbaut. Die Schneelappen haben somit eine wichtige Funktion hinsichtlich der Sturmfestigkeit des Zeltes. In einer lauen Sommernacht bei ruhigem Wetter verhindern sie jedoch eine kühlende Durchlüftung. Beim Olivin 2 Combi sind ringsum T-Ring-Schlaufen angebracht, die es erlauben die Sturmlappen einzurollen und festzuzurren. Somit lässt sich ein Wärmestau im Zelt einigermaßen verhindern bzw. abführen. - Das funktioniert gut!

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Um dem Zelt weitere Sturmfestigkeit zugeben, ist es mit zusätzlichen Sturmleinen versehen. Im Normalfall werden diese nicht benötig, aber wenn einmal ein Orkan aufkommt, ist es gut diese Möglichkeit der weiteren Zeltabspannung zu haben. Damit die Leinen nicht einfach herum baumeln und sich nicht verheddern können, gibt es für jede einzelne Sturmleine eine Fixierschlaufe. – Auch das ist bei vielen Zelten nicht selbstverständlich.

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Auffallend und wohl ein Markenzeichen für Tentipi-Zelte ist der schräg verlaufende Reisverschluss des Einganges. Auch wenn der Zipper wasserschützend überdeckt ist, so steckt auch hierbei Überlegung dahinter. Bei einem geradewegs nach unten verlaufenden Verschluss könnte Regenwasser genau über die ineinander greifenden Zähnchen laufen und theoretisch ins Zeltinnere tropfen. Durch die Schrägstellung jedoch wird ablaufendes Wasser abgeleitet.
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Das Innenzelt ist nur an der Zeltspitze und am Boden in den sechs Ecken im Aussenzelt eingehangen. Beide können einfach von einander getrennt werden und einzeln aufgebaut werden. Ich habe also die Wahl, z.B. nur das Aussenzelt als reinen Wetterschutz ohne Boden zu benutzen, oder aber nur das Innenzelt als Moskitoschutz für die Nacht einzusetzen.

Wie zuvor schon erwähnt ist der Boden fest mit dem Innenzelt vernäht. Im Gegensatz zu solchen Zelten, bei denen der Boden eingeklipst wird, laufe ich beim Olivin nicht in die Gefahr, beim morgendlichen Erwachen eine Ameisenstraße über meinen Bauch krabbeln zu sehen. Der Boden ist solide und dicht und kann nicht geöffnet oder zur Seite gefaltet werden. Das bedeutet, dass das Olivin kein Feuerzelt ist. Selbst wenn das Innenzelt weggelassen wird, sollte aus Sicherheitsgründen vom Feuermachen oder einer Ofenbenutzung Abstand genommen werden.

Zu guter Letzt sei die Aufhängschlaufe an der Zeltspitze erwähnt. Diese dient zum einem dem Aufhängen des Zeltes zum Trocknen, andererseits kann das Zelt hiermit auch zum Aufbau an einen Baumast gehängt werden, so dass ich die Zeltstange gar nicht verwenden muß. Die Voraussetzung ist natürlich einen entsprechenden Baum zu finden.

Allgemein verstärkt sich der Eindruck hochwertiger Qualität beim aufgebauten Zelt.

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Praxiserfahrungen

In der Praxis wird das Zelt auf zwei Motorradtreffen in der Eifel getestet, wobei verschiedene Personen darin schlafen bzw. es begutachten.

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Das erste Treffen ist das „Winterpalaver“ Anfang Februar 2015 in der Nähe von Prüm. Es liegen ca. 10 cm Schnee, das Zelt steht zwei Nächte, wobei es während der ersten – 11° C hat, in der zweiten nur noch um die Null Grad. Der Untergrund ist über-schneiter, laubbedeckter Waldboden. Es gibt keinen Matsch und keine Niederschläge. Das Zelt wird direkt auf dem verharschten Schnee aufgestellt, ohne diesen wegzuräumen oder vorher fest zu treten. Der Grund hierfür liegt in der einem Motorradfahrer angemessenen Faulheit, durch welche in diesem Fall es zu erwarten ist, dass ein späteres Nachspannen des Zeltes nötig sein wird.

Das Olivin wird mit einem Bodendurchmesser von 2, 80 m angegeben. Dieser ist aber der Kreisdurchmesser, auf dem die Eckpunkte des sechs-eckigen Zeltes liegen. Somit ist der Abstand von Kante zu Kante etwas geringer und der praktisch, zum schlafen nutzbare Abstand verringert sich zudem noch etwas durch die Schräge der Zeltinnenwand.

Bauartbedingt hat das Zelt eine Stange, die genau in der Zeltmitte steht. Bei den großen Lavvus ist mir diese nie negativ aufgefallen. Je kleiner ein Tipi ist, umso auffälliger wird die Existenz des Pfostens, vor allem dann, wenn ich eine 2 m lange, 70 cm breite und 10 cm dicke Isomatte ins Zelt legen möchte. Unabhängig von der Breite der Matte, genau in die Mitte legen geht nicht! Die Matte muß seitlich an der Stange vorbei gelegt werden. Hierbei passt die oben genannte Matte so gerade noch hinein. Sie stößt leicht mit den äusseren Ecken an die Zeltinnenwand. Eine etwas schmalere Isomatte, z.B. mit 60 cm Breite würde nicht mehr anstoßen.

Ich selber habe mich mit meiner Körpergröße von 1, 85 m darauf gelegt und kam zu dem subjektiven Schluß, dass das Platzangebot zum Schlafen in Ordnung ist. ich kann aber verstehen, wenn dem Einen oder Anderen das nicht reicht. Bedenkt aber bitte weiterhin, das Olivin 2 ist und soll ein kleines Zelt sein.

Der Freund von mir, der auf diesem Treffen als Testschläfer dient und 7 cm kleiner ist, sagt mir dann, das Innenzelt hätte ihm ein wenig ins Gesicht gehangen. Auch stört er sich an der Stange. Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität und der Zeltmaterialien ist er positiv beeindruckt, genauso wie vom einfachen und schnellen Abbau und dem kleinen Packmaß.

Um Euch über den Platz im Zelt bestmöglich ins Bild zusetzen, mögen die folgenden drei Fotos dienen:

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Trotz geschlossener Lüftungen hat sich im Zelt kein Kondenswasser gebildet, was eine sehr positive Überraschung ist.

Zwei Wochen später steht das Zelt auf dem „Alten Elefantentreffen“ am Nürburgring.

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Der Aufbau erfolgt wiederum auf einer schweren, sehr nassen, verharschten, ebenfalls rund 10 cm dicken Schneeschicht. Des Nachts herrscht Frost bis minimal – 5° C, tagsüber gibt es Tauwetter bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit, zum Teil Nebel. Zwischendurch schneit es dann wieder und eine Sturmwarnung wird gegeben. Die Sturmböen bauen so manches Zelt ab. Da der lawahaltige, sehr harte und schotterige Boden in tieferen Lagen wohl noch gefroren ist, kann das am Tag entstehende Schmelz- wasser nicht versickern. Die obere Lösschicht ist mit Wasser gesättigt und das Nass läuft unter der Schneeschicht hangabwärts, wenn es kann.

Es ist also äusserst matschig und frische Fußstapfen werden in kürzester Zeit zu Pfützen.

Bei so manchen Zeltböden, deren Materialien eine Wassersäule von 5000 mm angegeben haben, drückt sich das Wasser durch die Zeltböden. Wassertechnisch dürfen die Bedingungen in jedem Fall als extrem bezeichnet werden.

Kurzum, ein anderer Freund, genau wie ich 185 cm groß, benutzt das Olivin drei Tage lang als sein Domi- zil und ist rund um zufrieden. Platzprobleme hat er keine. Auch er bewundert den leichten Auf- und Abbau, ist fasziniert vom Packmaß und von der Verarbeitung. Der Boden hat auch unter diesen extremen Bedingungen dicht gehalten.

Die Sturmböen machen dem Zelt nichts aus und das ohne die Sturmleinen verwendet zu haben. Die Sturmlappen werden aber mit Schnee am Boden gehalten. Das bedeutet jedoch auch eine schlechtere Lüftung als auf dem Winterpalaver zwei Wochen zuvor.

Und trotzdem, es gibt keinerlei Kondenswasser- probleme! – Das ist im wahrsten Sinne des Wortes unheimlich gut!

Bauartbedingt hat das Zelt jedoch ein anderes Problem, wodurch Wasser hinein gelangt. Der Eingang hat keine Apside und lässt es durch die Kegelform des Zeltes bedingt, bei geöffnetem Eingang hinein schneien oder regnen.

Bei einem grösseren Lavvu ist das auch so, fällt aber nicht so sehr ins Gewicht. Hier kann man meistens den Boden im Eingangsbereich öffnen und zur Seite falten. Falls das nicht geht, so ist diese Nasszone im Vergleich zur verbleibenden trockenen Wohnfläche relativ klein und man hat Platz genug, der Nässe mit seiner Schlafstätte auszuweichen, auch bei zwei oder drei Personenbesatz.

Da das Olivin ein Kleinstzelt ist, wird ein Ausweichen nur für eine Person möglich sein. Bewohnt man das Zelt mit zwei Personen, wird wenigstens eine der Schlafstätten naß werden. Bei nassem Matschwetter, werden z.B. die verdreckten Stiefel mit hinein genommen. Es ist fast unvermeidlich, dass man Dreck und Wasser ins Zelt trägt.

Auch muss jegliches Gepäck und alle Bekleidung mit ins Zeltinnere genommen werden. Bei Winter--Motorradfahren nimmt die Unterbringung der Bekleidung, wie Helm, Thermokombi usw. schon einigen Platz in Anspruch.

Als Abhilfe werde ich mir zunkünftig einfach ein altes Handtuch mitnehmen und als Eingangsmatte verwenden.

Für den Wintereinsatz sind dieses wichtige Punkte, die im Frühjahr, Sommer und Herbst nicht so tragisch sind.

So komme ich als Motorradfahrer zu dem Ergebnis, dass das Olivin 2 Combi wintertauglich ist, aber nur für eine Person! Für zwei Personen sehe ich es ganz klar als Drei-Jahreszeiten-Zelt!

Andere Motorradfahrer, die sich das Olivin ange-schaut haben sind zur Hälfte der Meinung, dass das Zelt ausreichend Platz bietet, während die andere Hälfte sich entweder genau so ein Zelt, aber etwas grösser wünschen würde oder prinzipiell sich an der Stange in der Zeltmitte stört und somit zum Kuppel- oder Tunnelzelt tendieren.

Am Preis scheiden sich schlussendlich wirklich die Geister, womit ich jetzt zur Diskussion komme:

Diskussion zum Olivin 2 Combi:

Das Olivin 2 Combi ist das kleinste Zelt, welches Tentipi anbietet. Es gibt das Ganze auch in größer, und das gleich in drei Qualitätsstufen. Die Rede ist hier von den Leichtzelten Onyx 5 Light, Zirkon 5 Light und Safir 5 Light.

Bei diesen Zelten kauft man zum Aussenzelt entweder nur einen Boden oder ein Innenzelt dazu, was extra kostet. Die Zelte der Tentipi-Größe 5 sind 2, 30 m hoch und 3, 80 m im Durchmesser. Sie unter-scheiden sich in den verwendeten Materialien und den Lüftungsmöglichkeiten.

Hinsichtlich der verwendeten Materialien wäre das das „nächstgrössere Olivin“ das Zirkon 5 light mit einem Innenzelt der Comfort-Klasse von Tentipi.

Der Preis des Zirkon 5 light mit Comfort-Innenzelt beträgt 1625,-- Euro.

Der Zeltboden kann hierbei geöffnet und ein Feuer gemacht werden. Wählt man das günstigere Base-Innenzelt, wo der Boden nicht geöffnet und kein Feuer gemacht werden kann, reduziert sich der Preis auf 1515,-- Euro.

Missachtet man die Vergleichbarkeit hinsichtlich der Materialien und sucht einfach nur ein etwas grösseres Tipi als das Olivin 2, legt aber Wert auf ein Innenzelt und ein immer noch qualitativ hochwertiges Zelt, das den Ansprüchen eines Winter-Motorradfahrers gerecht wird, so wäre die günstigste Variante bei Tentipi das Onyx 5 light mit dem Base-Innenzelt. Diese Kombination kostet dann 1185,-- Euro.

Da erscheint das Olivin 2 Combi mit 865,-- Euro doch als die günstigste Variante.

Nun, 865,-- Euro sind immer noch ein sehr stolzer Preis für uns Motorradfahrer, wenn man bedenkt, dass viele von uns Zelte benutzen die nur 150,-- Euro oder sogar noch weniger kosten. Auch mit solchen Zelten kommt man auf dem Elefantentreffen klar, und das über mehere Jahre.

Einige verwenden nur Billigzelte. Wenn diese auf einem Treffen kaputt gehen, gibt es entweder gutes Klebeband zum Flicken oder das Zelt wandert am Ende der Veranstaltung geradewegs in die Mülltonne. Ein neues Zelt kostet ja kaum etwas! Das Spiel kann man durchaus lange treiben bis das man auf die Kosten eines Tentipi oder die eines anderen Qualitätsherstellers kommt!

Derjenige, der aber auf große Tour gehen möchte, wobei das Zelt jeden Tag auf- und abgebaut wird, der kloppt sein Zelt nicht so schnell in die Tonne. Er hätte dann kein Zelt mehr um weiter zu kommen. Ich selber will mich auf mein Material verlassen können.

Unter welchen Bedingungen Billigzelte wo gefertigt werden wird nicht hinterfragt! Bitte entschuldigt diese Anmerkung so hinten herum, aber auch das musste einmal gesagt werden.

Tentipi stellt seine Zelte in Schweden her und im höchst eigenen Werk in China. Das ist ein erheblicher Unterschied dazu, als wenn die Zelte von einer fremden Zulieferfirma im Auftrag gefertigt werden würden. – Ich selber habe 13 Jahre in Asien gear-beitet und meine die Verhältnisse dort recht gut zu kennen.

Das Olivin 2 Compi ist mit Sicherheit ein Zelt der Top-Qualität und einer Preisregion, in der ggf auch schon gute, gebrauchte Motorräder zu bekommen sind.

Es ist schnellst und einfachst auf- und abzubauen, hat ein genial kleines Packmaß bei sehr geringem Gewicht. Es ist dicht und kondenswassertrocken! Das Zelt hat mich davon überzeugt, dass es wohl jedem Sturm und Regen standhalten wird. Es wird jedes krabbelnde und fliegende Getier von mir fern halten und liefert alle Möglichkeiten der kühlenden Lüftung im warmen Sommer. Das Material macht einen verlässlichen Eindruck und es ist aufgrund der hohen Verarbeitungsqualität sehr unwahrscheinlich, dass ich mich über das Zelt ärgern werde. Aus meiner Sicht ist es das optimale Zelt, wenn ich entweder nur für eine Nacht zu einem Treffen oder eine Party fahre oder auf lange Motorradtouren gehe, bei denen ich den ganzen Tag Kilometer abspule, abends da, wo ich gerade bin, übernachten und am nächsten Tag schnell wieder auf der Straße rollen will.

Und genau dafür habe ich es mir gekauft!

Der Preis von 865,-- Euro hat weh getan und es hat lange gedauert, bis ich mich dazu entschlossen habe. Jetzt, wo ich aber stolzer Besitzer des Tentipi bin, weine ich dem Geld in keiner Weise nach. Im Gegen-teil, ich bin froh, dass ich es habe und freue mich schon jetzt auf die anstehenden Touren, Treffen und Reisen mit dem Zelt.

Für diese Freude ist es mir die Anschaffung wert.

Letztlich muss aber jeder für sich selber entscheiden ob er 865,-- Euro berappen will. Wer dazu bereit ist, dem kann ich das Tentipi dringend empfehlen!

Als zuverlässige Bezugsquelle empfehle ich den Albert Dörp, Inhaber von www.absolut-canoe.de

Euer Henning

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