Schlafsack-Materialien

Ein Schlafsack soll dich nicht nur warm, sondern auch trocken halten. Die vom Deinem Körper aspirierende Feuchtigkeit muss einerseits vom Schlafsack nach aussen an die Umgebung abgeleitet werden, andererseits darf er Luftfeuchtigkeit nicht an dich heran lassen.

Bewerkstelligen müssen dies die verwendeten Materialien des Schlafsacks. Es sind die Stoffe, aus denen die Aussenhülle und das Innenfutter gemacht sind, genauso, wie das isolierende Füllmaterial.

Die größte Frage beim Kauf eines Schlafsacks ist immer wieder die der Füllung - Daune oder Kunstfaser?

Falls Du gegen Daunen allergisch bist, hat sich diese Frage für dich ohnehin erledigt, es kommt nur die Kunstfaser für dich in Betracht. Aber auch wenn Du auf Daunen schlecht reagierst, darfst Du ruhig weiterlesen, da ich in diesem Kapitel die Daune, die ihre eigene Seite bzw. Kapitel bekommt, nur kurz abhandeln werde.

Schlafsäcke mit Daunenfüllungen haben drei große Nachteile:

  1. Sie bedürfen einer aufwendigen Kammerkonstruktion, was sie, neben der Daune selber, sehr teuer macht.
  2. Feuchtigkeit und Nässe mindern die Isolationsfähigkeit der Daunen dramatisch. - Bis zu 70%!
  3. Ist die Daune einmal nass, braucht sie ewig zum trocknen.

Ansonsten bringt die Daune aber nur Vorteile mit sich:

  1. Sie hat eine hervorragende Isolationsfähigkeit, wohl die beste aller Füllmaterialien!
  2. Bis zu einem gewissen Grad nimmt sie Deine Körperfeuchtigkeit auf und hält dich trocken. Du musst nur den Schlafsack nach dem Schlafen gut lüften!
  3. Die Daune ist um ein Vielfaches langlebiger als jede andere Füllung.
  4. Daunenschlafsäcke haben ein ungeschlagen kleines Packmass und sind erheblich leichter als jedes andere Füllmaterial.
  5. Der Wohlfühlfaktor eines Daunenschlafsacks ist ungeschlagen.

Folglich liegen die Nachteile der Kunstfaserschlafsäcke in ihrem:

  1. Relativ hohen Gewicht
  2. Relativ großem Packmaß
  3. Relativ geringer Lebensdauer aufgrund von Faserbrüchen.
  4. Du schwitzt eher in einem Kunstfaserschlafsack als in einem mit Daunen gefüllten.

Kunstfaserschlafsäcke haben jedoch auch Vorteile:

  1. Sie sind relativ preisgünstig.
  2. Wenn sie nass werden, halten sie dich immer noch warm, da sie maximal nur 30% ihrer Isolationsfähigkeit verlieren.
  3. Ist die Kunstfaser nass, trocknet sie relativ schnell wieder.
  4. Sie sind problemlos hinsichtlich Pflege und Lagerung

Während vor langer Zeit noch Baumwollmaterialien als Innenfutter verwendet wurden, so findest Du diese heute fast gar nicht mehr. Moderne Stoffe aus Nylon oder Viskose-Nylon-Mischgewebe sind verschleißfester und vor allem die neuesten Polyester basierten Stoffe fühlen sich mittlerweile genauso angenehm auf der Haut an, wie einst die Baumwollstoffe. Zudem funktionieren sie ähnlich wie Thermounterwäsche und leiten Feuchtigkieit von innen nach aussen ab. Ein weiterer großer Vorteil der Nylon und Polyesterstoffe ist der, dass sie keine oder kaum Feuchtigkeit, wie etwa Deinen Schweiß, aufnehmen und daher nicht so schnell verschmutzen oder gar verrotten. 

Der Aussenbezug - wie natürlich auch das Futter - muss so dicht sein, dass er nicht von Daunen oder Faser durchstoßen wird. Gegen Wasser und Feuchtigkeit muss er sich abweisend verhalten, gleichzeitig aber so atmungsaktiv sein, dass er Feuchtigkeit nach aussen durchlässt. Gute Aussenbezüge sind aus einem Mikrofasergewebe aus Nylon oder Polyester, welches mit Ripstop-Schussfäden gegen Rissbildung gewappnet ist. Hochwertige Gewebe sind z.B. Pertex,GoreDryLoft oder Versatech - nur um ein paar zu nennen.

 

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